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Matthias Schenk

Künstlerischer Leiter, Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und des Denkens im Schloss Freudenberg/Wiesbaden

Ja, an dieser Stelle beginnt die Sehbewegung, das Fallen, das sich Verunsichern, das sich und den Anderen oder den Gegenstand verlieren. Dann sehen wir hinter die Dinge, hinter die Vorhänge der Begriffe und der Bezeichnungen und der Namen.

Das ist ein zarter, tastender Blick, ein Lauschen nach den Dingen. Die französische Sprache hat dafür die Worte: que’ est ce que ca veut dire? Übersetzt heißt das: Was soll das bedeuten? Was soll das heißen. Die französische Sprache weist darauf hin, dass die Dinge selber »sagen« können, wer sie sind. Wir hingegen betonen, dass wir die Dinge benennen und bedeuten.

Wer das Sehen übt, das Lauschen, das zarte Tasten, das Schnuppern und Schnüffeln ... erntet all das, was nicht zeigbar, hörbar und begreifbar ist: Eine Welt hinter den Dingen.

»On ne voit bien qu’avec le coer, l’essentiel est invisible pour les yeux.«

»Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar«, sagt der Fuchs zum kleinen Prinzen.

Für mich ist dies die tägliche Übung, die zu tun ist, die keinerlei Bedingung kennt und überall und zu jedem Zeitpunkt getan werden kann. Ich nenne meine Übung »Herzauge« nach einem Bilderbuch des Holzdruckers HAP Greishaber. Ich finde, das ist ein passendes Wort für Visionär. In diesem Sinne fallen Sie gut, dann geht es weiter.