Begründer der Anthroposophie
»Betrachten wir die Welt rings herum.« Wir sehen sie sich entwickeln im mineralischen, im pflanzlichen und tierischen Bereich. Aus der Naturwissenschaft wurde vieles hervorgebracht, was Aufklärung schafft über die Evolution dieser Bereiche. In Bezug auf den Menschen würde sich aus den Beschreibungen der Anatomie oder Physiologie ein Bild ergeben, das ihn als letztes Glied der Tierreiche erscheinen ließe. Mit der naturwissenschaftlichen Betrachtung erschiene der Mensch als vollkommenstes Tier. Das, was den Menschen eigentlich als Menschen erscheinen lasse, bliebe ausgeblendet.
Dadurch, dass die naturwissenschaftliche Methode auch auf den Menschen angewandt würde, wird das erklärt, was im Menschen abstirbt. Wenn wir alle Naturgesetze erforscht haben und diese auf den Menschen anwenden, dann bekämen wir die Sterbegesetze des Menschen, dasjenige am Menschen, was abstirbt.
Würden wir diese Vorgehensweise bis in das 3. Jahrtausend weiter betreiben, werden wir nur dasjenige erfassen, was im Erdenleben stirbt. Es würde sich auch auf das auswirken, was wir leben. Es bliebe beim Versuch, alles der Beobachtung des Irdischen zu entnehmen und im Ergebnis nur bis zum Sterblichen führen.
Was ist die andere Möglichkeit um sich mit dem zu verbinden, was ein Aufstieg, eine Evolution ist und sich mit dem befasst, was wird und immer mehr wird, von der Geburt des Menschen?
Es wird der Mensch anzuschauen sein, was ihn als Mensch sein lässt. Wenn der Mensch nicht nur durch seine Augen schaut, durch seine Ohren hört, sondern durch sein Seelisch-Geistiges erkennen will, was im Menschen weiß, dann reicht es nicht, dies als »Wissenschaft vom Menschen« zu bezeichnen. Dann muss es »Menschenwissenschaft«, Wissenschaft vom höheren Menschen sein. »Deshalb der Name Anthroposophie, das heißt: Weisheit, die entspringt, wenn der Mensch sich in seinem höheren Selbst findet.«
Haus Hohenfried e.V.